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Ein Jahr Landeshauptfrau Edtstadler: NEOS sehen historische Chance für Salzburg

Schellhorn: „Wir haben Stefan Zweigs Nachlass nach Salzburg zurückgebracht. Jetzt sollten wir auch seinen Ideen wieder ein Zuhause geben.“

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© Zenofotok/pixabay

Ein Jahr nach dem Amtsantritt von Landeshauptfrau Karoline Edtstadler zieht NEOS-Landessprecher und Staatssekretär Sepp Schellhorn eine differenzierte Zwischenbilanz. Ein Jahr sei in der Politik eine kurze Zeit. Umso wichtiger sei es, nicht nur auf Vergangenes zu blicken, sondern vor allem die Chancen der Zukunft zu nutzen.

„Ein Jahr ist in der Politik keine lange Zeit. Ich weiß selbst, wie schnell man nach Amtsantritt bewertet wird. Deshalb halte ich wenig von vorschnellen Noten. Landeshauptfrau Karoline Edtstadler hat mit ihrem Besuch aller 119 Salzburger Gemeinden gezeigt, dass sie zuhören will. Jetzt kommt es darauf an, aus den vielen Gesprächen konkrete Reformen zu machen. Die Salzburgerinnen und Salzburger erwarten zu Recht Ergebnisse – nicht weitere Ankündigungen. Zudem erleben wir in der Reformpartnerschaft täglich, dass große Veränderungen nur gelingen, wenn Bund, Länder und Gemeinden gemeinsam an einem Strang ziehen.“

Kritischer sieht Schellhorn hingegen die politische Debatte rund um die künstlerische Ausrichtung der Salzburger Festspiele sowie den Zickzack-Kurs bei einzelnen Entscheidungen der Landesregierung. 

Die Diskussion rund um die Festspiele war keine politische Sternstunde. Kunst braucht Freiheit. Auch der Kurswechsel beim Pflegebonus und den Kinderbussen hat Vertrauen gekostet. Gerade deshalb wünsche ich mir, dass wir den Blick jetzt auf jene Projekte richten, die Salzburg über Jahrzehnte prägen können
Sepp Schellhorn

NEOS-Landessprecher 

Für Schellhorn liegt eine solche Chance unmittelbar vor Salzburg. „Wenn ich mir für die kommenden Jahre einen großen Wurf wünschen dürfte, dann wäre es ein Stefan-Zweig-Zentrum in seiner ehemaligen Villa am Kapuzinerberg. Nicht als Museum, sondern als europäischer Ort der Begegnung, des Humanismus und des Dialogs. Gerade in einer Zeit, in der Antisemitismus, Krieg und Nationalismus wieder an Boden gewinnen, braucht Europa Orte, die an jene Werte erinnern, für die Stefan Zweig sein Leben lang eingetreten ist.“

Besonders hebt Schellhorn hervor, dass Landeshauptfrau Edtstadler selbst wesentlich dazu beigetragen habe, gemeinsam mit der Familie Alberman den Kontakt herzustellen, der letztlich zur Übergabe bedeutender Teile des Stefan-Zweig-Nachlasses an die Universität Salzburg geführt habe. Schellhorn: „Dass die Familie Alberman Salzburg diesen einzigartigen Schatz anvertraut hat, ist ein Vertrauensbeweis von internationaler Bedeutung. Renommierte Universitäten wie Cambridge, Oxford oder die Hebräische Universität Jerusalem hätten einen solchen Nachlass mit offenen Armen aufgenommen. Dass Salzburg ihn erhalten hat, ist ein Privileg – und zugleich eine Verantwortung.

Wir haben Stefan Zweigs Nachlass nach Salzburg zurückgebracht. Jetzt sollten wir auch seinen Ideen wieder ein Zuhause geben. Stefan Zweig hat Salzburg hinaus in die Welt getragen. Jetzt hat Salzburg die Chance, seine Ideen wieder hinaus in die Welt zu tragen.“

Abschließend richtet Schellhorn einen Appell an Land, Stadt und Bund:„Politik wird nicht nur daran gemessen, was sie verwaltet. Sie wird daran gemessen, was sie hinterlässt. Ich wünsche mir, dass Karoline Edtstadler den Mut hat, dieses Projekt gemeinsam mit Stadt, Bund, Universität und der Familie Alberman zu verwirklichen. Ein Stefan-Zweig-Zentrum mit weltweiter Strahlkraft wäre kein Projekt einer Partei oder einer Gebietskörperschaft. Es wäre ein Vermächtnis für Salzburg, für Österreich und für Europa – und vielleicht die schönste Art, einem Mann jene geistige Heimat zurückzugeben, die er durch Antisemitismus und Nationalsozialismus verlor.“

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