NEOS Salzburg zum vorzeitigen Austritt von Markus Hinterhäuser bei den Salzburger Festspielen
NEOS Landessprecher Sepp Schellhorn: „Weltgeltung entsteht durch Freiheit, nicht durch politische Steuerung."

© pixabay/werdepate
Nach der Entscheidung des Festspielkuratoriums, den Vertrag von Intendant Markus Hinterhäuser vorzeitig zu verkürzen, äußern NEOS Salzburg, allen voran NEOS-Landessprecher Sepp Schellhorn harsche Kritik hinsichtlich der politischen Signale, die von diesem Vorgang ausgehen.
„Markus Hinterhäuser hat die Salzburger Festspiele in den vergangenen Jahren auf ein außergewöhnliches internationales Niveau geführt – mit künstlerischer Klarheit, programmatischer Stringenz und globaler Anerkennung. Dass eine solche Ära nun unter politischem Druck verkürzt wird, wirft Fragen auf“, betont Schellhorn. Schellhorn erinnert daran, dass er sich als erster öffentlich hinter den Intendanten gestellt habe. Inzwischen hätten sich zahlreiche Künstlerinnen und Künstler von internationalem Rang mit Hinterhäuser solidarisiert. Schellhorn: „Das zeigt: Hier geht es nicht um parteipolitische Loyalitäten, sondern um künstlerisches Vertrauen in künstlerische Kompetenz. Exzellenz erkennt Exzellenz.“
Warum greifen Politiker jetzt so unmittelbar in die Führung der Festspiele ein? Welche Entwicklung wird damit eingeläutet? Und welches Signal sendet man an Künstlerinnen und Künstler, Sponsoren und internationale Partner?Sepp Schellhorn
NEOS-Landessprecher
Die Festspiele dürfen nicht politisch beeinflusst werden
Für NEOS Salzburg und Schellhorn seien die Salzburger Festspiele immer deshalb zu einem globalen Referenzpunkt geworden, weil sie für künstlerische Freiheit jenseits parteipolitischer Einflussnahme stehen.
Schellhorn erinnert in diesem Zusammenhang auch an die Geschäftsordnung: „Die Bestellung einer künstlerischen Leitung im Schauspiel obliegt laut Geschäftsordnung dem Intendanten. Das ist kein Zufall, sondern Ausdruck eines klaren Prinzips: Kunst und Kultur sind keine Verwaltungsakte. Die Auswahl einer künstlerischen Handschrift lässt sich nicht mit der Bestellung Küchenchefs vergleichen. Hier geht es um kuratorische Verantwortung, nicht um parteipolitische Abstimmung. Die Stärke dieser Institution liegt darin, dass sie zwar öffentlich verantwortet, aber nicht politisch gesteuert wurde. Diese Balance ist höchst sensibel – dieses Gefüge sichert Exzellenz von Weltruhm.“
Schellhorn warnt daher vor langfristigen Folgen: „In einer Phase des Umbaus des Festspielbezirks, strategischer Neuausrichtung und internationaler Konkurrenz braucht es Stabilität und Vertrauen. Politisch erzeugte Unsicherheit kann mehr beschädigen als jede einzelne Personalentscheidung.“
Wenn politische Spitzen beginnen, kulturpolitische Entscheidungen sichtbar zu personalisieren und öffentlich zu eskalieren, verschiebt sich die Wahrnehmung der Institution.Sepp Schellhorn
NEOS-Landessprecher
Schellhorn weiter: „Während Landeshauptfrau und Landeshauptfraustellvertreterin um Deutungshoheit über „Volks- und Leitkultur‘ rittern“, darf nicht aus dem Blick geraten, was hier tatsächlich auf dem Spiel steht: die Freiheit einer Institution, die ihren Weltruf gerade ihrer Unabhängigkeit verdankt.“
Abschließend betont Schellhorn: „Die Salzburger Festspiele sind kein Feld parteipolitischer Profilierung. Sie sind ein Symbol für Österreichs Selbstverständnis als Kulturnation. Wer in dieses Gefüge eingreift, trägt Verantwortung nicht nur für eine Personalentscheidung, sondern für die kulturelle Glaubwürdigkeit des Standorts.“ Und Schellhorn fügt hinzu: „Cui bono? Wem nützt diese Entwicklung – und was wird hier gerade neu vermessen? Es geht um mehr als eine Personalie. Es geht um die Richtung. Auf dem Spiel steht nichts geringeres als die künstlerische Freiheit.“



