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Versorgung durch niedergelassene Ärzte braucht langfristige Konzepte

Huber: „‘Arztpraxen in Erdgeschoss-Zonen‘ von Neubauprojekten können Lösung sein“.

GR Sebastian Huber
GR Sebastian Huber

 

Derzeit gibt es in der Stadt Salzburg 64 Kassenordinationen für Ärztinnen und Ärzte für Allgemeinmedizin. Schon jetzt können diese Stellen für Hausärzte mit langer Vakanz nachbesetzt werden: „Seit Jahren ist die Anzahl der Bewerbungen pro Hausarztpraxis in der Stadt stark rückläufig. Zahlen der Salzburger Ärztekammer zufolge haben sich in der letzten Zeit durchschnittlich nicht einmal mehr zwei Ärztinnen bzw. Ärzte für eine Stelle beworben“, stellt NEOS Gesundheitssprecher und niedergelassener Internist Gemeinderat Dr. Sebastian Huber eingangs fest und fügt an: „Die Politik weiß, dass in den Jahren 2015 bis 2023 Salzburg 25 Ärzte für Allgemeinmedizin, die zurzeit Kassenordinationen besetzen, in der Stadt in Pension gehen werden. Beginnt die Stadt jetzt nicht entgegenzusteuern, so droht ein hausgemachter Ärztemangel an Allgemeinmedizinern, Fach- und Zahnärzten.“

Der Hauptgrund für den aktuellen ‚Bewerbungsschwund‘ ist, dass die administrativen Anforderungen zur Eröffnung einer Arztpraxis massiv zugenommen haben. „Zahlreiche Auflagen – beispielsweise einschlägige Ö-Normen sowie die ‚Qualitätssicherungs-Verordnung 2012 – müssen erfüllt werden. Ebenfalls problematisch für junge Ärztinnen und Ärzte bei einer Praxiseröffnung ist der Umstand dass ab dem 1. Januar 2016 alle neuen Ordinationen barrierefrei sein müssen“, sagt Huber und fügt an: „Für uns NEOS steht fest, dass sich Arztpraxen in ‚Erdgeschoss-Zonen‘ in Neubauprojekten bestens eignen. Sie sind hell, bieten die notwendige Größe und eignen sich bestens für neue und moderne Praxismodelle, Stichwort Gruppenpraxen. Des Weitern sind sie barrierefrei und zumeist in unmittelbarer Nähe zu den Patientinnen und Patienten gelegen.“

Besonders erfreut zeigt sich Huber, dass die Salzburger Ärztekammer und ihr Präsident Dr. Karl Forstner seine Initiative unterstützt: „Ich habe in einem persönlichen Gespräch Präsident Forstner und die Salzburger Ärztekammer informiert und für meinen Antrag volle Unterstützung bekommen.“ NEOS fordert, dass die Stadtpolitik aktiv die Rahmenbedingungen bei der Zurverfügungstellung von Ordinationsräumlichkeiten für junge Hausärzte adaptiert, damit eine wohnortnahe und langfristige Patientenversorgung garantiert wird: „In ihrem eigenen Wirkungsbereich kann sich die Stadt dafür einsetzen und ihren Teil dazu beizutragen, dass sich junge und motivierte Ärztinnen und Ärzte für eine niedergelassene praktische Stelle in der Stadt interessieren und entscheiden“, sagt Huber und fügt abschließend an: „Diesbezüglich habe ich in der heutigen Sitzung des Sozialausschusses einen Antrag eingebracht. Ich fordere die Stadtpolitik auf, meinen Antrag umzusetzen und aktiv ihren Beitrag gegen den drohenden Ärztemangel zu leisten.“