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Umgang mit „StudentCARD“ ist Frotzelei der Student_innen

Mit tosendem Applaus von Seiten der ÖH und der zuständigen Politik wurde die neue „StudentCARD“ vorgestellt. Nach jahrelangen Verhandlungen zur Senkungen der Öffi-Preise für die Student_innen, klopft man sich nun gegenseitig auf die Schultern und präsentiert die neue „StudentCARD“ als Allheilmittel für die Salzburger Student_innen.

chris-renner

Für den frisch gewählten JUNOS Studierenden ÖH Mandatar Christian Renner steht fest, dass die neue „StudentCARD“ schon sehr rasch zu einem wenig nachhaltigen Wahlkampfgag ohne Substanz mutieren wird: „Die „StudentCARD“ wird schon spätestens nächstes Jahr das gleiche Schicksal wie das vielgepriesene und letztes Jahr eingeführte € 366 Cityticket ereilen. Nächstes Jahr wird die erste sprunghafte Preisanhebung der „StudentCARD“ erfolgen und jedes Jahr werden wir neue Preissteigerungen erleben. Den Studierenden wird jetzt mit einer einmaligen Preissenkung der Mund wässrig gemacht.

Zum Vergleich: Im Wintersemester 2004/2005 bezahlte man für das Semesterticket für die Kernzone weniger als € 80. Jetzt verlangt man statt € 123,40, also einer rund 54 %-igen Erhöhung zum Wintersemester 2004/2005, € 119,00 Euro und stellt dies als den großen Erfolg dar. Hätte man den Betrag der „StudentCARD“ auf das Preisniveau von vor 10 Jahren gesenkt, dann hätten alle Beteiligten das Recht gehabt, sich gegenseitig auf die Schultern zu klopfen.

Dass günstige Semesterkarten für Studierenden möglich sind beweist Wien: Studierende mit Hauptwohnsitz in der Stadt bezahlen dort € 75 (!) pro Semester und können U-Bahn, Straßenbahn, S-Bahn und Busse verwenden“, stellt Christian Renner fest und fügt an: „Völlig unverständlich ist für mich die strikte Altersgrenze für die „StudentCARD“. Immer mehr Studierende beginnen erst ab Mitte 20 mit ihrem Studium, da sie vorher arbeiten oder erst ihre Matura bzw. Studienberechtigungsprüfung nachholen. Diese große Gruppe wird jetzt einfach ausgeschlossen.“

Für NEOS Verkehrs- und Jugendsprecher und Jus-Student Lukas Rößlhuber steht fest, dass dieser „Mini-Schritt“ auch in der „Mini-Stadt“ durchfallen würde und dass der von den Verantwortlichen gewünschte Effekt, ein Umstieg der Studierenden auf die Öffis, nicht stattfinden wird: „‘Öffis‘ müssen pünktlich, komfortabel, schnell und flexibel sein. Aber in der Stadt sind die ‚Öffis‘ nichts von alledem. Somit müssen sie wenigstens günstig sein, dann nimmt der ein oder andere auch einen weniger attraktiven Takt, wie beispielsweise den üblichen 30 Minuten Takt der O-Busse ab 19:00 Uhr, in Kauf.“

Im Sinne eines transparenten Umgangs mit Steuergeld und den Geldern der Studierenden fordern Renner und Rößlhuber die Landesregierung, und hier im speziellen LR Hans Mayr auf, die tatsächlichen und korrekt kalkulierten Einführungskosten der „StudentCARD“ offen zu legen. Am Ende des Tages müssen diese Kosten ja dann auch wieder von den Studierenden getragen werden.

  • waxolunist

    Beweist Wien? Wie wärs die Studentenöffitickets vom Studienort und nicht vom Wohnort abhängig zu machen? Das wäre sinnvoll.

    • Stefan Brandauer

      Wie soll das aussehen? Ich kann der Idee gerade nicht so ganz folgen.

      • waxolunist

        Wenn man in NÖ wohnt und in Wien studiert hat man die doppelten Kosten für Öffis in Wien + Öffikosten bis zur Stadtgrenze. Ersparnis gegenüber Normalkarte, 4€, wenn man in Nö wohnt nur für das Ticket in Wien ohne ÖV Kosten in NÖ.. Genau 4€ m Jahr, da die Studentkarte nur 10 Monate gültig ist und der Normalpreis 365€. Gar nicht mehr so günstig.

        Die Steuern in NÖ und Wien sind aber die gleichen. Die Finanzierung erfolgt aus Steuergeldern. Ich kann dieser Politik nicht folgen wieso diese Diskriminierung nicht in Wien wohnender Studenten. Würde man die Kosten nur von der Uni an der man studiert abhängig machen wärs einfacher und imho sinnvoller.

        Zudem muss man auch den Schuldenstand der Stadt heranziehen um zu sehen ob diese „günstigen“ Tickets wirklich möglich sind. Meiner Meinung nach muss der Betrieb kostendeckend sein. Investitionen nicht komplett, aber der Betrieb zumindest. Und dieser ist bei den Wiener Linien eben nicht kostendeckend, da die Politik zu viel mitmischt.

        • Stefan Brandauer

          Alles klar, jetzt verstehe ich, Danke für den Einblick! Ich dachte, im VOR wäre das eh so geregelt (ist es tatsächlich nicht).

          • waxolunist

            Ja VOR ungleich Wiener Linien. Noch so Ding. Wenn man dann an die Schweiz denkt mit Halbtax und GA wird man neidisch. Einfache Lösung und leistbar. Aber Bures wollte ja kein GA trotz Nationalratsbeschluss. Typisch SPÖ halt. Hätte den Einfluss der SPÖ beim ÖV (ÖBB, Wiener Linien) verringert.