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Stadtstrand: Salzburgs Partnerstadt Meran zeigt vor wie´s geht

Wer durch Meran flaniert sieht gleich, die Passerterrassen erfreuen sich seit ihrer Fertigstellung im Jahr 2012 größter Beliebtheit. Nach nur vier Monaten Bauzeit wurden die Terrassen am Fluss eröffnet.

Thöni: „Die Meraner Passerterrassen sind großes Vorbild für die Verwirklichung eines Stadtstrand Projektes in Salzburg.“

Passerterrassen in Meran
Passerterrassen in Meran

Wie bei vielen Projekten im öffentlichen Raum, gab es anfangs Kritik am Projekt der Passerterrassen, räumt Merans Bürgermeister Dr. Günther Januth (SVP) gleich zu Beginn des Besuches der NEOS-Delegation in der Partnerstadt Salzburgs ein. „Doch die Kritik ist mittlerweile völlig verstummt. Niemand möchte die Terrassen mehr missen. In Meran wurde eine 3-stufige Terrasse gebaut. Sicherheit und Barrierefreiheit waren schon während der Planung ein großes Thema“, sagt Januth.

Großzügig beschildert und mit geringem Gefälle gebaut, sind die Passerterrassen auch für Menschen mit Beeinträchtigungen bestens erreichbar. Mittels hydraulischer Messung wird die Durchflussmenge der Passer geprüft, um bei steigenden Wassermengen die Strandterrassen gegebenenfalls zu sperren. „Die Terrassen wurden auch bei Hochwasser noch nie beschädigt“, stellt Bürgermeister Januth fest und fügt an: „Anfallende Verschmutzungen oder angeschwemmte Holzteile werden vom Gartenamt jeden Tag entfernt.“

v.l.n.r. GR Dr. Huber, StR Strohmer, GR Mag. Thöni Bgm. Januth
v.l.n.r. GR Dr. Huber, StR Strohmer, GR Mag. Thöni Bgm. Januth

Mensch und Natur. „Wir wollen die Menschen wieder mehr in Kontakt mit der Natur bringen. Denn viele Leute haben mittlerweile den Bezug zur Natur verloren“, erklärt die für Tourismus, Sozial, Wirtschaft und das Stadtgartenamt zuständige Stadträtin Gabriela Strohmer (SVP), ihr Engagement für diese Natur-Naherholungszone.
„Die Menschen zur Passer führen, den Wildfluss zugänglich machen und das Erleben von Wasser in der Stadt ermöglichen waren unsere Grundziele beim Projekt Passerterrassen“, beschreibt Projektant Roland Schweitzer von der Wildbach- und Lawinenverbauung West in Meran das Projekt.

Finanzierung. Die Frage der Kosten spielt immer eine entscheidende Rolle, besonders bei einem Projekt dieser Größenordnung. Die Finanzierung der Passerterrassen zeigt jedoch wie wenig das Stadtbudget belastet wurde. „Es handelte sich um ein sogenanntes Interreg-Projekt. Den Löwenanteil der Kosten kam aus Brüssel. 170.000 Euro, also 85 Prozent der Projektkosten steuerte die EU bei. 15.000,- Euro, das sind 7,5 Prozent der Kosten, zahlte die Gemeinde Meran. Ebenfalls 15.000,- Euro steuerte die autonome Provinz Südtirol bei“, weiß NEOS Gemeinderätin Kornelia Thöni.

Stadtstrand Salzburg. „In Salzburg würde nur eine sonnennahe Seite im zentrumsnahen Bereich in Frage kommen“, ist sich Thöni sicher. „Seit März gibt es auch in der Stadt Salzburg eine Arbeitsgruppe zum Thema Stadtstrand. Ziel ist es möglichst rasch eine Chill-out Area, ähnlich der Passerterrassen zu bauen, um allen Salzburgern eine kostenlose Naherholungszone – ohne Konsumzwang – inmitten der Salzburger Stadt zu ermöglichen“, sagt Thöni abschließend.