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Rede von Lukas Rößlhuber zur Erhöhung der Preise für öffentliche Verkehrsmittel im Gemeinderat vom 20. Mai 2015

Ich denke, es sind sich alle hier im Raum einig darüber, dass wir immer mehr Menschen für die Nutzung Öffentlicher Verkehrsmittel gewinnen müssen. Was hier heute aber beschlossen werden soll, wird garantiert das Gegenteil bewirken.

Die „Öffis“ sollten günstig und attraktiv sein, in Salzburg trifft aber ganz offensichtlich beides nicht zu. Der Gemeinderat will die Tarife erhöhen, obwohl vor allem in den Randbezirken unattraktive Takte vorherrschen. Der Gemeinderat will die Tarife erhöhen, obwohl die Salzburger „Öffis“ neben dem unattraktiven Takt auch noch unpünktlich sind. Der Gemeinderat will die Tarife erhöhen, obwohl die Salzburger „Öffis“ nicht nur unattraktiv und unpünktlich sind, sondern noch dazu unkomfortabel und unflexibel.

Und da wundern Sie sich wirklich noch, dass nicht mehr Menschen umsteigen? Durch die Preispolitik und die Ausgestaltung der „Öffis“ werden wir tatsächlich ein Umsteigen erreichen. Allerdings von den „Öffis“ weg hin zu den Pkws.

Es wird ganz klar: Das 366 €-Ticket war ein reiner Wahlkampfgag ohne Substanz. Kaum ist ein Jahr vergangen, schon hebt man die Preise wieder an. Allen voran die Kollegen der ÖVP werden jetzt wieder mit der Inflationsanpassung argumentieren. Ihnen sei gesagt: Der VPI lag im Jahresdurchschnitt 2014 bei 1,7%. Sie wollen hier aber eine Erhöhung um knapp 2,5% beschließen. Da passt irgendetwas nicht zusammen.

Auch werden sie sicher behaupten, die „Öffis“ in Salzburg seien durchaus attraktiv, komfortabel und flexibel. Ich darf Ihnen gerne vorab Gegenbeispiele nennen:

Sie möchten am Abend ein Konzert im Ausstellungszentrum besuchen und wohnen in der Austraßensiedlung. Hin- und Rückfahrt dorthin sind eine Weltreise. Oder Sie wohnen in der Münchner Bundesstraße und wollen sich am Sonntag eine Kulturveranstaltung in der ARGE oder im Schauspielhaus ansehen. Ohne Auto ebenfalls eine Weltreise.

Durch die jetzige Erhöhung werden die Fahrgastzahlen weiter sinken, der tägliche Stau in der Stadt ist somit vorprogrammiert. Solange die „Öffis“ keine Qualitätsverbesserung anbieten, können auch die Tarife nicht erhöht werden.
Für NEOS steht fest: Diejenigen, die auf Grund des „€ 366 Citytickets“ auf die „Öffis“ umgestiegen sind, werden es sich genau überlegen, ob sie das jährliche Spiel der Ticketerhöhung mitspielen oder nicht.

Wir brauchen attraktive und leistungsstarke Öffis. Für die Zukunft hat man sich nun endlich auf das langfristige Projekt „Eu-Regio-Bahn“ geeinigt, die in Zukunft eine tatsächliche Qualitätssteigerung im Öffentlichen Verkehr bringen wird. Aber bis diese Bahn kommt, wird der Preis für die „Öffi“-Jahreskarte wohl bei € 500 liegen, wenn wir so weitermachen.