« Zurück zur Übersicht

Radiologie-Streit im Pinzgau: NEOS sehen faulen Kompromiss

Huber: „Krankenhäuser bezahlen mit Steuergeld ‚Stilllegungsprämie‘ von 1,6 Mio. Euro.“

GR Sebastian Huber
GR Sebastian Huber

„Die Verlierer der Eingliederung der niedergelassenen Radiologie in die Privatklinik Ritzensee sind die Patientinnen und Patienten in Saalfelden und Umgebung. Durch die Verlegung der Stelle von Dr. Johannes Vogler ins Krankenhaus verliert die Mitterpinzgauer Bevölkerung ihren langjährigen Vertrauensarzt. Niedergelassene radiologische Ordinationen arbeiten patientenfreundlich, es gibt in der Regel nur sehr kurze Wartezeiten“, kommentiert NEOS Gesundheitssprecher GR Dr. Sebastian Huber den faulen Kompromiss im Radiologie-Streit im Pinzgau.
„Durch die beschlossene ‚Evaluierung‘ in zwei Jahren kennt der gelernte Österreicher schon das Ergebnis. Die Landeregierung wird die Vorteile aus ihrer Sicht präsentieren und in vier Jahren wird die nun letzte verbleibende niedergelassene Radiologie-Ordination im Pinzgau, die Stelle von Dr. Siegfried Silli in Zell am See, Geschichte sein“, führt Huber weiter aus.

„Eine bisher funktionierende Struktur wird einfach zerschlagen. Der ‚Gesundheitslandesrat‘ Dr. Christian Stöckl und Landeshauptmann Dr. Wilfried Haslauer fahren einfach über die Anliegen der Bevölkerung drüber und sprechen von ‚gekünsteltem Aufschrei‘“, sagt Huber und fügt an: „Neben den Unannehmlichkeiten für die Patienten wird auch noch Geld im großen Stil verbrannt. Unserem Gesundheitssystem fehlt an allen Ecken und Enden das Geld und hier bezahlen die Krankenhäuser mit Steuergeld langfristig auch eine ‚Stilllegungsprämie‘ in Höhe von ca. 1.6 Millionen Euro, damit die Kassenstellen geschlossen bleiben. Das ist grotesk.

„Unverständnis löst bei vielen niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten auch das Verhalten der ehemaligen ‚Wirtschaftspartei ÖVP‘ aus. Durch die Eingliederung der Radiologie stellt sie sich klar gegen freiberufliche Ärzte und somit gegen ‚Freiberufler‘“, sagt Huber.

NEOS bekennt sich eindeutig zur Stärkung des niedergelassenen Bereichs, frei nach dem Motto „stationär vor ambulant“: „Die zuständige Politik muss endlich umdenken und die niedergelassenen Ärzte für Allgemeinmedizin sowie Fachärzte unterstützen und stärken. Im Krankenhaus werden bislang viele Untersuchungen gemacht, die schon längst im niedergelassenen Bereich kostengünstiger durchgeführt werden könnten. Der niedergelassene Bereich von Ärzten für Allgemeinmedizin sowie von Fachärzten ist zu unterstützen und zu stärken“, sagt Huber abschließend.