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Patient SALK liegt nach wie vor in kritischem Zustand auf der Intensivstation!

Huber: „Eine nachhaltige Verbesserung der Situation hat nicht stattgefunden.“

GR Sebastian Huber
GR Sebastian Huber

Mit ihren Anstrengungen zur Lösung des Konfliktes zum Thema „Gehälterstreit mit den SALK Ärzten“ erreichte die zuständige Landespolitik und die Salzburger Ärztekammer eine minimale Verbesserung der Gesamtsituation. Die akut lebenserhaltenden Maßnahmen für den Patienten SALK konnten vorübergehend beendet werden, aber nach wie vor liegt er für Dr. Sebastian Huber, NEOS Gesundheitssprecher, Gemeinderat und niedergelassener Internist, in kritischem Zustand auf der Intensivstation: „Die zuständige Politik hat Geld in die Hand genommen und gezeigt, dass ihr die SALK Ärzte nicht komplett egal sind. Eine nachhaltige Verbesserung der Situation hat aber nicht stattgefunden“, sagt Huber.

Verärgert reagiert Huber über die Intransparenz, mit der die Politik das vorliegende Ergebnis den SALK-Ärzten präsentierte: „Die Vorgangsweise ist für mich inakzeptabel. Am Donnerstag wurde eine Einladung für eine Präsentation am darauffolgenden Tag ausgeschickt, obwohl die die SALK die fertigen Zahlen schon eine Woche lang hatten. Den betroffenen Ärztinnen und Ärzten blieb de facto keine Zeit, um sich mit den Auswirkungen des neuen Gehaltsmodells zu befassen. Wie so oft werden politische Deals hinter verschlossenen Türen ausgemacht und die Betroffenen sind die Letzten, die das Ergebnis erfahren. Eine transparente Informationspolitik sieht für NEOS anders aus“, stellt Huber fest.

Erst nach massivem Druck aus der Ärzteschaft und viel zu spät wurden die Zahlen des neuen Gehaltsmodells nachgereicht. „Die Profiteure des neuen Gehaltsmodells sind jene Kolleginnen und Kollegen, wie beispielsweise etablierte Oberärzte, die wenig Dienste machen. Die ’Verlierer‘ des neuen Gehaltsmodells sind die fleißigen Arbeitsbienen, die nach einem Dienst bisher nicht nach Hause gegangen sind und noch extra Schichten eingelegt haben“, sagt Huber und fügt an: „Zentrale Details, wie die Abgeltung der gesetzlich vorgeschriebenen Wochenruhe, die für die Berechnung der Gehälter notwendig sind, sind noch völlig ungeklärt. Wieder einmal zeigt sich, wie jenseitig der Vorschlag von Ex-ÖVP Klubobfrau Mag. Gerlinde Rogatsch war, junge Medizinstudenten mit Stipendien nach Salzburg zu locken. Welcher junge Arzt, der engagiert und fleißig ist, will jetzt noch nach Salzburg kommen“, fragt sich Huber.

Unverständlich ist für Huber, warum die zuständige Politik sich nicht endlich für eine deutliche Verbesserung der Perspektiven der SALK-Ärzte einsetzt: „Strukturelle Reformen wurden überhaupt nicht besprochen. Aber gerade die jungen Ärztinnen und Ärzte fordern endlich Perspektiven. Immerhin sind es sie, die noch 30 Jahre in diesem System arbeiten wollen. Es gibt kein Konzept, wie die SALK auf Basis einer 48 Stunden Woche funktionieren soll. Arbeitszeitverdichtung, Dienstbelastung, Facharztanwesenheit, Zusammenlegung und Streichung von Diensträdern oder ein fehlendes Ausbildungskonzept. Wann die Politik diese Punkte angehen wollen, weiß niemand“, sagt Huber und fügt an: „Es fehlt neben einem Gesamtkonzept vor allem auch eine Vision, wie die SALK in 10 Jahren aussehen soll. Die einzige Hoffnung ist eine rasche Erneuerung der altbackenen Verfilzung“, so Huber.

Aktuelles Beispiel hierfür ist eine Aussage von LH-Stv. und Gesundheitsreferent Dr. Christian Stöckl: „Wenn Stöckl in blankem Zynismus sagt, dass ‚die Freizeit den jungen Kollegen etwas wert sein muss’, so versteht er nicht, worum es den jungen Ärztinnen und Ärzten geht. Den jungen Ärzten geht es nicht nur um ihre Freizeit, sondern in erster Linie um die bestmögliche Betreuung für ihre Patientinnen und Patienten“, sagt Huber.

Neben den Gehaltsgesprächen mit den SALK-Ärzten muss die Politik endlich auch Gespräche mit dem Pflegepersonal der SALK führen: „Für NEOS steht fest, dass das Pflegepersonal von der Politik nicht vergessen werden darf. Die Politik ist aufgefordert, auch hier endlich Verhandlungen zu beginnen und nicht – so wie bei den SALK-Ärzten – bis zum letzten Moment zu warten. Das Thema ‚Lohnverhandlungen im Gesundheitsbereich‘ wird die Politik noch auf Jahre intensiv beschäftigen. Nach der SALK stehen auch bei allen anderen Krankenhäusern im Bundesland Salzburg Gehaltsverhandlungen an“, sagt Huber abschließend.