« Zurück zur Übersicht

NEOS: Wohnungsvergaberichtlinie muss schleunigst reformiert werden.

Sebastian_Huber_390x390

Huber: „Fast jeder Zweite verzichtet auf eine Wohnung.“

Seit Jahren herrscht in der städtischen Wohnungspolitik Stillstand. Vor mittlerweile 23 Jahren wurde letztmalig die Wohnungsvergaberichtlinie der Stadt geändert. Die heutige Richtlinie entspricht längst nicht mehr den Anforderungen für das Jahr 2018“, stellt NEOS Wohnungssprecher und Klubobmann Dr. Sebastian Huber eingangs fest und fügt an: „Beispielsweise zeigt sich, dass die steigende Anzahl von Wohnungsverzichten immer mehr ausufert. Im Zeitraum 01.05.2016-30.04.2017 haben 33% der Wohnungswerber auf eine zugewiesene Wohnung verzichtet, zwischen dem 01.05.2017 und dem 01.12.2017 sogar 46%. Ich fordere, dass es bei ‚Sonderwünschen‘, wie zum Beispiel einem Balkon oder eine bevorzugte Lage, zu Abzugspunkten kommt.

Ebenfalls geändert werden muss das städtische Punktesystem. Es muss treffsicherer werden und es müssen nachvollziehbare soziale Kriterien, wie beispielsweise räumliche Nähe zu Angehörigen oder Familienmitgliedern mit Pflegebedürftigkeit, einfließen“, sagt Huber und fügt an: „Andere Städte wie Dornbirn oder Innsbruck machen es uns vor, wie es geht. In die neue städtische Wohnungsvergaberichtlinie müssen diese ‚Best-Practice-Beispiele‘ unbedingt einfließen.“

Von Seiten der Stadt muss zwingend Kontakt mit allen genossenschaftlichen Wohnbauträgern und den Umlandgemeinden gesucht werden, damit wir in Zukunft nur mehr eine Liste an Wohnungssuchenden haben und nicht 3 bis 4 eigenständige Listen, wo niemand mehr den Durchblick hat“, fordert Huber. „Ebenfalls steht für mich fest, dass die Wohnbauträger endlich entsprechend dem vorherrschenden Bedarf bauen müssen. In der Stadt Salzburg herrscht ein absoluter Mangel an 4- und 5- Zimmerwohnungen oder Garconnièren“, fordert Huber und fügt abschließend an: „Das städtische Wohnungsamt muss zu einem ‚Service-Center Wohnen‘ mit einer Wohnungstauschbörse ausgebaut werden. Dort müssen alle Angelegenheiten rund um das Thema ‚Wohnen‘, wie etwa Anträge oder auch der Mietkostenzuschuss und sonstige Förderungen, erledigt werden können.“

Hard Facts zum Thema Wohnen

  • Anträge und Vergaben durch das Wohnungsamt
    • 1995 bis 1999 durchschnittlich 2519 Anträge beim Wohnungsamt und 491 durchschnittliche Vergaben pro Jahr
    • 2000 bis 2004 durchschnittlich 2475 Anträge beim Wohnungsamt und 440 durchschnittliche Vergaben pro Jahr
    • 2005 bis 2009 durchschnittlich 3578 Anträge beim Wohnungsamt und 480 durchschnittliche Vergaben pro Jahr
    • 2010 bis 2014 durchschnittlich 3248 Anträge beim Wohnungsamt und 451 durchschnittliche Vergaben pro Jahr
    • 2015 bis 2016 durchschnittlich 3143 Anträge beim Wohnungsamt und 621 durchschnittliche Vergaben pro Jahr
  • Bevölkerungsentwicklung Stadt Salzburg (Stichtag 01.01.2017)
    • Hauptwohnsitz: 153.776
    • Nebenwohnsitz: 21.505
  • Personenhaushalte und Haushaltgröße
    • 1991 noch rund 26.000 Privathausalte mit einer Person
    • 2011 bereits fast 34.000 Privathausalte mit einer Person.
  • Zwischen 2003 und 2017 kamen rund 4.000 neue geförderte Mietwohnungen in der Stadt Salzburg hinzu (die meisten von der „Heimat Österreich“). Das entspricht rund 270 Wohnungen pro Jahr.
  • In der aktuellen Wohnungsvergabeliste für das Jahr 2017 sind 3008 Anträge (davon 1862 Erstanträge) angeführt. Die Stadt Salzburg kann im Moment kaum Neubauwohnungen vergeben sondern nur Bestandswohnungen.