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NEOS: Stadt droht Ärztemangel

Huber: „Politik vergisst Wahlärzte.“

GR Sebastian Huber
GR Sebastian Huber

„In der Stadt Salzburg gibt es derzeit 64 Kassenstellen für Ärztinnen und Ärzte für Allgemeinmedizin. Schon jetzt gibt es Probleme – beispielsweise im Stadtteil Liefering – die Stellen nach zu besetzen. Bis 2025 werden rund 25 dieser Ärzte für Allgemeinmedizin in Pension gehen“, stellt NEOS Gesundheitssprecher und niedergelassener Internist, Gemeinderat Dr. Sebastian Huber eingangs fest und fügt an: „Wenn nicht endlich gegengesteuert wird, droht ein eklatanter Ärztemangel in der Stadt, da die Landes- und Bundespolitik vollkommen auf die Wahlärzte vergessen hat. Neben den niedergelassenen Allgemeinmedizinern gibt es zirka die gleiche Anzahl an Wahlärzten für Allgemeinmedizin, die einen nicht unwesentlichen Beitrag in der medizinischen Versorgung der Bevölkerung leisten. In den kommenden Jahren wird auch ein Drittel der Wahlärzte in Pension gehen. Steuert man da jetzt nicht dagegen, werden diese frei werdenden Stellen nicht nachbesetzt werden können.“
Für NEOS steht fest, dass die vom Gesundheitsministerium festgelegten 19 Ausbildungsstellen pro Jahr für Salzburg eindeutig zu wenig sind: „Ich teile die Ansicht der Salzburger Ärztekammer und deren Präsident Dr. Karl Forstner, dass in Salzburg jährlich mindestens 32 Ausbildungsstellen für Allgemeinmediziner benötigt werden. Somit könnten in den kommenden 10 Jahren 320 Ärzte für Allgemeinmedizin ausgebildet und der drohende Ärztemangel in Stadt und Land abgewendet werden“, sagt Huber und fügt an: „Ich fordere ‚Gesundheitslandesrat‘ Dr. Christian Stöckl auf, endlich aktiv zu werden und die jährlichen 32 Ausbildungsstellen für Allgemeinmediziner in Salzburg bei Bundesministerin Dr. Sabine Oberhauser einzufordern.“

Für NEOS sind Stadt und Land in der Pflicht endlich aktiv gegen den drohenden Ärztemangel vorzugehen: „Die Politik muss über den Tellerrand blicken und aufhören, sich hinter politischen `Zuständigkeiten` zu verstecken. Es geht hier um die Gesundheitsvorsorge der Stadt, die alle Politiker etwas angeht“, stellt Huber fest und appelliert abschließend an Stadt und Land: „Die Politik ist aufgefordert, nachhaltige und langfristige Strukturen zu schaffen. Das Land hat Sorge zu tragen, dass ausreichend Ärzte in den Spitälern ausgebildet werden. Neue Praxismodelle und neue Arbeitszeitmodelle – Stichwort Gruppen- und Gemeinschaftspraxen, neue Formen der Zusammenarbeit und Möglichkeit zur Teilzeitarbeit – müssen auf allen politischen Ebenen ermöglicht werden. Es ist 5 Minuten vor 12, wenn die Politik nicht endlich gegensteuert, droht ein eklatanter Ärztemangel.“