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NEOS fordern den Ausbau einer niederschwelligen medizinischen Basisversorgung für Salzburg

Huber: „Investition hier würde das Gesundheitssystem mittel- und langfristig entlasten“.

GR Dr. Sebastian Huber mit Dr. Eva Czermak (organisatorische Leiterin der Caritas Marienambulanz)
GR Dr. Sebastian Huber mit Dr. Eva Czermak (organisatorische Leiterin der Caritas Marienambulanz)

Viele positive Eindrücke bringt NEOS Sozialsprecher Dr. Sebastian Huber vom aktuellen Vernetzungstreffen für niederschwellige medizinische Basisversorgung der Caritas Steiermark nach Salzburg zurück: „Die Grazer `Marienambulanz` ist ein absolutes `best practice-model` in Sachen niederschwelliger medizinischer Basisversorgung. Patientinnen und Patienten werden in einer Ordination und in einer `rollenden` Ambulanz versorgt“, sagt Huber und fügt an: „Seit April 1999 bietet die `Marienambulanz` eine niederschwellige allgemeinmedizinische Primärversorgung für jene Menschen an, die keine Krankenversicherung haben, aber auch für versicherte Personen, die aus den unterschiedlichsten Gründen, beispielsweise Alkohol- und Drogenabhängigkeit, sprachliche Barrieren, die Schwelle in das öffentliche Gesundheitswesen nicht überwinden können. Im Jahr 2013 hatte die Ordination der Marienambulanz 1.708 und die `rollende` Ambulanz 761 Patientinnen und Patienten“, so Huber.

In der Stadt Salzburg bietet die TBC-Fürsorge im städtischen Gesundheitsamt ansatzweise die Möglichkeit zu einer niederschwelligen medizinischen Basisversorgung: „In der TBC-Fürsorge werden innerhalb von wenigen Minuten die Untersuchung für die Patienteninnen und Patienten nach dem TBC-Gesetz mit einem digitalen Thoraxröntgengerät durchgeführt. Bedauerlicherweise ist das Röntgengerät schon etwas in die Jahre gekommen, sodass Ersatzteile nicht mehr nachbestellt werden können. Leider hat Bürgermeister Dr. Heinz Schaden erst für das Jahr 2016 Geld zum Ankauf eines neuen Röntgengerätes in Aussicht gestellt. Im Sinne der vielen Patientinnen und Patienten hoffe ich, dass das Röntgengerät im kommenden Jahr nicht kaputt geht“, sagt Huber.

In der Stadt Salzburg sucht man eine breite niederschwellige medizinische Basisversorgung leider vergebens: „So wie die Gesundheitslandesräte der vergangenen Jahrzehnte hat auch der aktuelle Gesundheitslandesrat den Ausbau einer niederschwelligen medizinischen Basisversorgung noch nicht in Angriff genommen. Dabei würde die Investition hier das Gesundheitssystem mittel- und langfristig entlasten. Intensivmedizinische Behandlungen von Patientinnen und Patienten, die nicht versichert sind oder keine allgemeinmedizinischen Praxen aufsuchen wollen oder können, sind sehr aufwendig und kosten mehrere Tausend Euro am Tag. Eine niederschwellige medizinische Basisversorgung könnte Patientinnen und Patienten zu einem viel früheren Stadium ihrer Krankheit gesundheitsschonender und günstiger behandeln“, stellt Huber fest.

NEOS Sozialsprecher Huber sieht hier bei Gesundheits- und Finanzlandesrat Dr. Christian Stöckl umgehenden Handlungsbedarf: „Anstatt hier über den Tellerrand zu blicken und alle Initiativen für eine niederschwellige medizinische Basisversorgung zu unterstützen wird die Landesregierung hier zum Sparmeister. Dieses Verhalten ist, genauso wie bei den aktuellen Lohnverhandlungen mit den Ärztinnen und Ärzten an den Landeskliniken, für mich unverständlich.“, so Huber abschließend.