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NEOS bringen Antrag für Erhalt des „Henkerhauses“ ein

Thöni: „Die Stadt soll etwas gegen den Verfall des Gebäudes unternehmen.“

Foto-Henkerhaus-I

In der Sitzung des städtischen Kulturausschusses vom 06.11.2014 brachte NEOS Kultursprecherin Kornelia Thöni einen Antrag zum Erhalt des „echten“ Henkerhauses in der Neukommgasse im Stadtteil Gneis ein. „Im Jahr 1599 ließ Fürsterzbischof Wolf Dietrich von Reitenau die ursprüngliche Richtstätte von der Schallmooser Hauptstraße nach Gneis verlegen. Hier gab es eine Köpf- und eine Galgenstätte. Der Verurteilte wurde vom Waagplatz, wo sein Urteil verlesen wurde, hinaus vor die Stadt auf die Gneiser Wiesen gebracht, wo das Urteil vollstreckt wurde. Jede Hinrichtung zog viele Schaulustige an und es herrschte Volksfeststimmung“, weiß Gemeinderätin Thöni.

Heute befindet sich das „Henkerhaus“ in Privatbesitz des Martinbauern. Bedauerlicherweise verschlechtert sich der Zustand des Hauses zusehends: „Der Zustand des ‚Henkerhauses‘ ist sehr schlecht. Es wird wahrscheinlich bald zur Gänze verfallen sein“, sagt Thöni und fügt an: „Inventar des ehemaligen ‚Henkerhauses‘ wurde bereits veräußert. So befindet sich der ehemalige Henkerstisch, von dem es heißt, dass an demselben die Verurteilten ihre letzte Mahlzeit verspeisten, heute am Arlberg in einem Hotel“, stellt Thöni fest.

Ein weiterer Verfall und ein damit einhergehender Verlust des „Henkerhauses“ wäre für NEOS Kultursprecherin Thöni ein unwiederbringlicher Verlust für die Stadt Salzburg: „Im Hinblick einer authentischen und nachhaltigen historischen Auseinandersetzung mit der Rechtsgeschichte im Fürsterzbistum und im späteren Kronland Salzburg wäre der Verlust des ‚Henkerhauses’ sehr schade“, sagt Gemeinderätin Thöni und fügt abschließend hinzu: „Das ‚Henkerhaus‘ ist ein wichtiges historisches Gebäude der Stadt Salzburg. Die Stadt ist aufgefordert, endlich etwas gegen den stetigen Verfall des Gebäudes zu unternehmen“, so Thöni abschließend.