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Griesgasse Neu eröffnet – Es darf flaniert werden!

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Die Linke Salzburger Altstadt ist um ein schönes Stück attraktiver geworden: Die Griesgasse, noch vor zwei Jahren eine wenig charmante, dreispurige Durchzugsstraße, wurde von der Stadt Salzburg in den vergangenen Monaten in eine einladende Flaniermeile umgestaltet. Die Bauarbeiten auf dieser sehr sensiblen Baustelle wurden termingerecht vor Beginn der Festspiele abgeschlossen. Nun, Ende Juli, ist die Flaniermeile auch fertig „eingerichtet“, Das stimmige Gesamtkonzept bringt neues Leben und hohe Lebensqualität in die alte Gasse. Das „Neue Verkehrskonzept Innenstadt“ regelt das friedliche Neben- und Miteinander von FußgängerInnen, RadlerInnen, Obussen, Taxis, Zufahrenden und Ladetätigen in der Gasse.

Den Abschluss des ersten Bauabschnitts und damit den Beginn dieses verkehrsberuhigten und entspannten „Lebensabschnitts“ der Griesgasse feiern die Stadt Salzburg und der Altstadt Verband am Freitag und Samstag, 31. Juli und 1. August, mit dem „Griiieeesig-Fest“. Bevor aber so richtig lustvoll gefeiert, gechillt und geshoppt werden darf, steht um 11 Uhr ein kleiner Festakt auf dem Programm: Immerhin investiert die Stadt in die Neugestaltung der Griesgasse und die für Herbst geplante Umgestaltung des Hanuschplatzes zwei Millionen Euro. Beim Durchschneiden des Bandes aktiv dabei: Tourismus-Ressortchef Bürgermeister-Stellvertreter Harry Preuner, die für das Bauwesen zuständige Stadträtin Barbara Unterkofler, SPÖ-Klub-Vorsitzender Bernhard Auinger in Vertretung von Bürgermeister Heinz Schaden sowie Andreas Gfrerer (Obmann Altstadt Verband).

Sehr zufrieden mit der neuen Gestaltung der Gasse (v.li.): Bernhard Auinger, Andreas Gfrerer, Barbara Unterkofler, Harry Preuner und Leonhard Schitter.
Sehr zufrieden mit der neuen Gestaltung der Gasse (v.li.): Bernhard Auinger, Andreas Gfrerer, Barbara Unterkofler, Harry Preuner und Leonhard Schitter. © Honorarfreies Pressebild: Stadt Salzburg / Wildbild

Die für dieses Bauvorhaben zuständige Baustadträtin Dr. Barbara Unterkofler freut sich über den großen Zuspruch und teilt die Anerkennung gerne mit jenen, die hier mit großem Engagement ihre Ideen und Kräfte gebündelt haben: „Die Arbeiter, die Projektverantwortlichen des Straßen- und Brückenamtes, die Planer, die Baufirma, sie alle haben wirklich hervorragende Arbeit geleistet – und wir dürfen das Ergebnis nun genießen!“, so Unterkofler. Und auch sie macht das Fenster in die Zukunft auf: „Der sandfarbene Grundton bringt warmes Licht und mediterranen Charme in die Altstadt. Mit diesem Materialmix wollen wir Schritt für Schritt die Innenstadt neu gestalten und ihr ein stimmiges Gesamtbild geben. Als nächstes steht nach den Festspielen die Umgestaltung des Hanuschplatzes auf dem Programm. Und gemeinsam mit dem AVA-Hof-Management sollen in den nächsten zwei Jahren auch Haus und Vorplatz zeitgemäß umgestaltet werden. Grundprinzip bleiben auch hier die großen Aufenthaltsbereiche“, erläutert die Baustadträtin: „Wir haben erlebt, wie wichtig die Teilnahme der Betroffenen an diesem Prozess ist. Wünsche, Sorgen und Anregungen haben bei uns Platz, Information auf breitester Basis gibt allen die Chance, mitzureden, so auch bei den Sprechstunden, die ich mit Fachleuten bis zum Abschluss der Altstadtbaustellen alle 14 Tage anbiete. So gestalten wir unsere Stadt gemeinsam!“

Die Gäste in der Griesgasse haben deren Outdoor-Möglichkeiten jedenfalls schon vor der offiziellen Eröffnung bestens angenommen. Ein Renner sind die Sitzwürfel unter Schatten spendenden Bäumen sowie die chilligen, von der Fahrbahn sicher abgetrennten Gastgärten. Denn die Fahrbahn gehört den Fahrzeugen – wenn auch nur mit klaren Einschränkungen. „Mit der neuen Gestaltung haben wir die Gasse bewusst auf eine Fahrspur reduziert, der größere Teil ist Geh- und Aufenthaltsbereich für FußgängerInnen, unterbrochen nur durch explizit ausgewiesene Ladezonen, Radständer, Gastgärten und Sitzgelegenheiten. Die Planenden haben viele Ideen und Anregungen aufgegriffen. Entstanden ist so eine Flaniermeile, die bestmöglich den Bedürfnissen und Erwartungen der unterschiedlichsten Nutzergruppen entspricht“, erläutert die Baustadträtin.

Wer darf hier durchfahren – wer muss stehen bleiben?

Die Griesgasse, einst dreispurige Durchzugsstraße mit hohen Bordsteinkanten und schmalen Gehsteigen, wurde nun als Flaniermeile im Sinne der Planungsphilosophie einer „Shared Space-Gestaltung“ niveaugleich und fußgängerfreundlich gestaltet.

Erlaubt ist die Einfahrt in die Griesgasse für Kfz ausschließlich
• für die Zufahrt zu den Ladezonen (über das Ent- bzw. Beladen gibt es ebenfalls genaue Vorgaben des Gesetzgebers – siehe „Infos zur Ladetätigkeit“),
• für Zufahrt zu privaten Hauseinfahrten und
• für Taxis zum Abholen bzw. Bringen von Fahrgästen.

Das reine Durchfahren durch die Griesgasse ist somit untersagt.
Einzig Linienbusse und RadfahrerInnen sind von diesem Fahrverbot in Einbahnrichtung ausgenommen. Achtung: FußgängerInnen sind auf der einspurigen, verkehrsberuhigten Fahrbahn – abgesehen von den Querungsmöglichkeiten auf Zebrastreifen – im Nachrang! Sie haben auf Busse und sonstige Fahrzeuge Acht zu geben!

Gemeinsam gestalten

Die Flaniermeile wurde mit einem Materialmix aus hochwertigem Granitsteinpflaster und Splittmastix-Asphalt gestaltet. Die Stadt hat zur „Einrichtung“ der Flaniermeile diverse Gestaltungselemente ausgesucht, die – nach Absprache mit den AnrainerInnen und dem Altstadt Verband – eingebaut wurden. Und, ganz nach Wunsch, wurden größere Bäume in den Boden gepflanzt, die hier, als einziges der Gestaltungselemente, ihren beständigen Standort in der Gasse haben. Denn nach den Plänen und Ideen der Projektentwickler der MA 6/04 Straßen- und Brückenamt – Amtsleiter DI Michael Handl sowie Projektleiter DI Richard Friesacher – sollte die Griesgasse eine multifunktionale Flaniermeile werden, die sich auch flexibel den Wünschen künftiger Geschäftstreibender und sonstigen Nutzungen anpassen lässt. Die neue Straßenraumgestaltung soll allen NutzerInnen eine barrierefreie und einladende Atmosphäre bieten. In diesem Sinne wurde dieses Projekt in einem offenen Dialog zwischen Bauressort, Projektverantwortlichen und AnrainerInnen bzw. Geschäftstreibenden umgesetzt und ist beispielgebend für zukünftige Straßenbauprojekte in der Innenstadt.

Die Griesgasse im Wandel

Der Name der Gasse leitet sich vom Salzachkies („Salzachgries“) ab. Die Erste Stadtbefestigung am Fluss reichte ins 11. bzw. 12. Jahrhundert zurück, die Zweite (nach 1465) und die Dritte Befestigung (nach 1620) rückten jeweils ein Stück näher an den Fluss. Mit der Salzachregulierung ab 1851 verschwand der weiträumige Salzachgries. Im Bereich zwischen Staatsbrücke und Makartsteg befand sich damals die älteste Kaserne Mitteleuropas, die Alte Türnitz. Auch ihr Mauerwerk wurde für die Salzachregulierung verwendet (Abriss 1873). Gleich daneben wurde 1873 die alte Realschule fertiggestellt. An ihrer Stelle steht seit 1968 der AVA-Hof. Auf dem Vorplatz wurde 1955 der legendäre Mississippi-Dampfer errichtet – ein kontroversiell diskutierter Glas- und Betonbau mit auskragendem Obergeschoß, der 1974 geschliffen wurde.
Seit den 1930er Jahren wurde die Altstadt zunehmend für den Kfz-Verkehr aufgeschlossen. Und noch vor zwei Jahren schoben sich Autos und Obusse dreispurig durch die Gasse. In der Zwischenzeit aber wurde Vielen klar: Das Erlebnis Altstadt samt Einkaufsvergnügen und Erholung braucht weniger Verkehr, dafür mehr Freiräume und Ruhe. So wurde die Griesgasse als Ergebnis der „Neuen Verkehrsregelung Innenstadt“ diesen Bedürfnissen entsprechend zur fußgängerfreundlichen Flaniermeile umgestaltet. Nur die Zufahrt zu den Ladezonen sowie für Linien-Busse und Taxis ist gestattet.
Die Griesgasse mit ihrem bunten Mix an Nutzungen ist nun Bindeglied zwischen der echten Fuzo der Altstadt und der pulsierenden Neustadt.

  • Stefan Brandauer

    Gratulation, finde die neue Griesgasse sehr gelungen!

  • Sebastian T.

    Wohl mit abstand die dümmste Straßenraumgestaltung der geschichte Salzburgs. Wieder ein vorzeige Projekt, wo ein Verkehrsproblem geschaffen wird und nicht gelöst. Granulation