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FPÖ stemmt sich gegen Deutschkurse für Asylberechtigte

Huber/Rößlhuber: „Mehr Widerspruch zu den eigenen Aussagen ist fast nicht möglich.“

Gemeinderäte Lukas Rößlhuber und Sebastian Huber
Gemeinderäte Lukas Rößlhuber und Sebastian Huber

„Noch vor ein paar Monaten ließ FPÖ-Obmann Heinz-Christian Strache verlauten, es gäbe Schulklassen, in denen kein Deutsch gesprochen wird und forderte – so wörtlich – ‚gezielte Vorbereitungsklassen‘ sowie das Erlernen der deutschen Sprache für Zuwanderer. Erstaunlicherweise stimmte FPÖ-Gemeinderat Erwin Enzinger in der heutigen Sitzung des städtischen Sozialausschusses gegen genau diese Maßnahme, nämlich gegen Deutschkurse für Asylberechtigte in der Stadt Salzburg“, wundert sich NEOS Sozialsprecher Dr. Sebastian Huber und fügt an: „Für uns NEOS steht fest, dass der Schlüssel zu einer geglückten Integration das rasche Erlernen der deutschen Sprache ist.“

NEOS Jugendsprecher Lukas Rößlhuber fügt zustimmend an: „Vor allem für die Jugendlichen, die aus den Krisenregionen der Welt zu uns kommen, ist es selbstverständlich notwendig, Deutsch zu lernen. Nur so haben sie eine wirkliche Chance für ihren weiteren Bildungs- und Berufsweg bei uns. Auch der oberösterreichische FPÖ-Landesrat Haimbuchner sah bisher ‚Deutsch als Schlüssel zur Integration‘“, verweist Rößlhuber auf das Nachbarbundesland. „Für mich ist es völlig unverständlich, dass die FPÖ in der Stadt Salzburg an einer Lösung dieser Frage ganz offensichtlich gar nicht interessiert ist. Offenbar versucht die FPÖ in der Stadt, die von ihnen angesprochenen Missstände selbst herbeizuführen, ansonsten würden die Freiheitlichen ihr Kernthema, nämlich die Hetze gegen Ausländer, bald verlieren.“

Huber fügt kopfschüttelnd hinzu: „Asylberechtigten Deutschkurse zu verwehren und sich dann darüber aufzuregen, dass diese Personen kein Deutsch sprechen lässt mich wirklich am logischen Denken der FPÖ-Kollegen zweifeln. Mehr Widerspruch zu den eigenen Aussagen ist fast nicht möglich.“

Besonders erschütternd war für Huber und Rößlhuber die Argumentation Erwin Enzingers im Anschluss an die Sitzung des Sozialausschusses: „Auf die Frage, warum er die Sprachkurse ablehnt, sagte Kollege Enzinger, dass er jene Menschen, die für die Kurse in Betracht kämen, gar nicht in Österreich haben will. Die FPÖ zeigt einmal mehr ihr wahres Gesicht, Gemeinderat Enzinger sollte sich für solche Aussagen schämen“, so Rößlhuber und Huber abschließend.