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Ein kleines Geschenk des Himmels

Versteckt, aber mitten in Salzburg wachsen viele Kinder in Armut auf. Wie ihr Wunsch ans Christkind trotzdem in Erfüllung geht.

Packen in der „Spielzeugschachtel“ gemeinsam an und ein: Adele Liedl, David Lang und NEOS Gemeinderätin Cornelia Thöni (v. l.). BILD: SN/ROBERT RATZER
Packen in der „Spielzeugschachtel“ gemeinsam an und ein: Adele Liedl, David Lang und NEOS Gemeinderätin Cornelia Thöni (v. l.). BILD: SN/ROBERT RATZER

Wenn das Geld nicht einmal reicht, um am Monatsende Lebensmittel zu kaufen und die Stromrechnung zu bezahlen, lösen Kinderwunschzettel Stress aus. Außer der Existenzangst lastet auf den Müttern und Vätern der emotionale Druck. „Für sozial bedürftige Familien ist Weihnachten eine Horrorzeit“, sagt David Lang. Er kennt das Gesicht der versteckten Armut in Salzburg.

Lang leitet das karitative Projekt „ArMut teilen“ der Erzdiözese Salzburg in der Pfarre Mülln. Vor zehn Jahren fiel der Startschuss. Die Idee: Wer genug hat, gibt jenen, die wenig haben.

Lang betreut derzeit mehr als 200 Erwachsene und 170 Kinder mit Wohnsitz in Salzburg, die in finanzieller Not sind und am Existenzminimum leben. Er kennt jeden Einzelnen persönlich, denn jeder Fall wird geprüft. Viele Frauen, die mit ihren Sorgen ins Pfarrbüro kommen, sind Alleinerzieherinnen mit mehreren Kindern. Sie müssen mit wenigen Hundert Euro im Monat das Auslangen finden.
„Diese Frauen können sich keine Weihnachtsgeschenke leisten“, schildert Lang. Sie hätten oft nicht die Möglichkeit, friedliche, besinnliche Weihnachten daheim zu gestalten. „Ein Weihnachtsfest, wie jedes Kind es kennt, gibt es dort nicht.“ In den Wohnungen stehe oft nicht einmal ein Christbaum.

Deshalb hat Lang auch heuer die traditionelle Weihnachtsaktion von „ArMut teilen“ gestartet, um 50 Kindern von Alleinerzieherinnen einen Wunsch zu erfüllen. Gesucht werden Paten, die pro Geschenk 35 Euro spenden. Auch der eine oder andere Christbaum ist willkommen. Bei einer Weihnachtsfeier mit den Müttern und Kindern im Pfarrsaal werden die Geschenke am 23. Dezember übergeben. „Wir essen und singen gemeinsam und nehmen uns auch Zeit für Besinnung.“ Die Packerl seien für die Kinder kleine Wunder. „Diese Kinder kennen nur materiellen Mangel, sie sind hungrig auf Geschenke.“

Seit Wochen trudeln bei Lang die Wunschzettel ein. Ein fünf Jahre alter Bub hat neben den Christbaum eine Bettwäsche mit „Star Wars“-Figuren gezeichnet. Sein 12-jähriger Bruder wünscht sich sehnlichst Lego, und ein 13 Jahre altes Mädchen träumt von Malen nach Zahlen mit dem Motiv funkelnder Sternenhimmel.

Zusammengestellt werden die Geschenke in der „Spielzeugschachtel“ in Salzburg. Das Geschäft gewährt auf jedes Geschenk Rabatt. Mitarbeiterin Adele Liedl und ihre Kolleginnen sind emsig bemüht, alle Wünsche zu erfüllen. Vor dem Aufsperren und nach Geschäftsschluss nehmen sie sich Zeit, um jedes Geschenk liebevoll zu verpacken.

Überbracht werden die Wunschzettel von den Neos im Salzburger Gemeinderat, die sich an der Aktion beteiligen und die bisher 1500 Euro für „ArMut teilen“ gesammelt haben. Dort wird jeder Cent gebraucht, und das nicht nur zu Weihnachten. „Das Geld kommt zu hundert Prozent zeitnah und direkt bei den Hilfesuchenden an“, versichert Lang.

Bei ihm klopfen nicht nur Familien in Not an. Häufig kommen auch Mindestpensionisten in die Pfarre. So auch eine 67-jährige Frau, die vor Jahren ihren Mann und die zwei Kinder bei einem Unfall verloren hat. Sie geht immer zu Fuß zur Tankstelle, um Öl für ihren Ofen zu kaufen. Geheizt wird nur, solange das Geld reicht. Derzeit machen ihr nach einer Bauchoperation Schmerzen zu schaffen. Eigentlich sollte sie nichts heben, trotzdem schleppt sie die Ölkanister nach Hause.

Spenden:
ArMut teilen / Pfarre Mülln
IBAN: AT11 5500 0002 0410 1022
BIC: SLHYAT2S

Auch die Neos sammeln für das Projekt:
„AktionWunschbaum“
IBAN: AT22 3500 0000 9169 6732
BIC: RVSAAT2S

Projekt Wunschbaum Weihnachtsaktion: https://salzburg.neos.eu/neos-wunschbaum-weihnachtsaktion/